Der Niedergang hat einen Namen: Den der hocheffizienten Heißluftmaschine CDU.
- Dirk Neubauer

- 17. Dez. 2025
- 9 Min. Lesezeit
Nahezu jede Zukunftsentscheidung in diesem Land wird vertan. Keine Frage: Wir stehen an einem Scheidepunkt. Entweder, wir wenden uns der Zukunft zu und stemmen die Transformation. Oder: Wir machen weiter wie bisher. Was den sicheren Untergang bedeutet. Zum einen, weil der Rest der Welt sich rasend schnell entwickelt. Zum anderen, weil dem Klimawandel Arbeitsplätze in der Automobilindustrie ebenso egal sind, wie die Schwüre der CDU. Es wird Zeit, diese Partei auf den Müllhaufen der Geschichte zu schicken. Bevor wir alle dort landen. Eine Begründung an Hand der Verbrenner Aus Aus.

von Dirk Neubauer
China ist der Maßstab. Ob Solar, Windkraft, Batterien. Fernost ist uns Meilen voraus. Neue Abhängigkeiten sind entstanden, weil wir die falschen Prioritäten setzten. Nun ist die Automobilindustrie an der Reihe. Fünf Jahre beträgt nach Schätzungen von Experten der technologische Fortschritt im Bereich von Automotive. 30 Prozent berägt der durchschnittliche Preisvorteil. Dreißig Prozent! Eine Welt. Auch bei Austattung und Qualität. Schon jetzt müsste die Automobilindustrie hierzulange alles daran setzen, in Sachen eMobilität aufzuholen. Doch statt Gas, repektive Elektronen zu geben, bestellt man sich bei der Politik ein Wunschprogramm mit Bremsfunktion. Mit dem Druckmittel, zehntausende Arbeitsplätze zu streichen, bekommt man die Politik immer. Doch das Aus des Verbrenneraus löst in Wirklichkeit gar nichts. Im Gegenteil. Denn im Dezember 2025 steht die globale Automobilindustrie an einem historischen Scheideweg, der die industrielle Landkarte des 21. Jahrhunderts neu definiert. Während die Europäische Union mit dem "Omnibus"-Paket die regulatorischen Zügel für den Verbrennungsmotor lockert und vom strikten 100-Prozent-Emissionsreduktionsziel für 2035 abrückt , beschleunigt sich in Asien eine technologische Revolution, die diese politische Entscheidung als strategischen Fehler entlarven könnte.
Und dies sehr wahrscheinlich auch wird.
Dass sich hier etwas zusammenbraut, ist gut zu erkennen und stützt sich auf eine breite Datenbasis aus dem Jahr 2025, einschließlich Berichten der Internationalen Energieagentur (IEA), Marktanalysen von BloombergNEF und Unternehmensdaten der großen OEMs (Original Equipment Manufacturers).
Die Kernbefunde dieser Analyse sind alarmierend für die etablierte deutsche Industrie:
Regulatorische Falle: Die Aufweichung der EU-Ziele auf eine 90-Prozent-Reduktion bis 2035 verschafft kurzfristige Liquidität, verzögert aber die notwendige Allokation von Kapital in die Elektromobilität. Dies erhöht das Risiko, im globalen Wettbewerb, der zunehmend durch technologische Exzellenz und Kosteneffizienz bestimmt wird, den Anschluss zu verlieren.
Asymmetrischer Wettbewerb: Der chinesische Vorsprung in der Transformation ist nicht mehr nur quantitativ, sondern qualitativ. Mit einem Kostenvorteil von über 30 Prozent in der Produktion und einer dominanten Kontrolle über die Batterie-Wertschöpfungskette definieren chinesische Hersteller wie BYD und SAIC die Preis- und Technologiestandards neu.
Verlust der Exportmärkte: Die Annahme, der globale Süden werde als "Auffangbecken" für veraltete Verbrennertechnologie dienen, erweist sich als Trugschluss. Länder wie Thailand, Brasilien und Äthiopien überspringen den technologischen Zyklus ("Leapfrogging") und wenden sich direkt kostengünstigen chinesischen Elektrofahrzeugen zu.
Klimapolitische Diskrepanz: Das Festhalten am Verbrenner, selbst unter Einbeziehung hoch unwahrscheinlicher und theoretischer E-Fuel-Szenarien, führt dazu, dass der deutsche Verkehrssektor seine Emissionsziele bis 2030 und darüber hinaus signifikant verfehlt , was massive volkswirtschaftliche Kosten durch Strafzahlungen und den Kauf von Emissionszertifikaten nach sich zieht. Und einen Schub für den Klimawandel.

Das Ganze ist verheerend. Mutter und Vater dieser verschlafenen Wende sind "WeiterSo-Manager", die - ob erfolgreich oder nicht - Millionensaläre einstreichen. (Mehr für weniger Arbeit übrigens, wenn sie rausfliegen). Und deren Einfluss auf eine willfährige Politik, die jahrzehntelang alles (unvernünftige) getan hat, um dieses Wunder vor allem zu schützen, was Konsequenz deren eigenen Fehlverhaltes war. Milliarden flossen und fließen in Unternehmen, die Milliardengewinne einfahren. Noch immer. Ob Abwrackprämien oder Kurzarbeitergeld. Egal. Ob das Ignorieren eines millionenfachen Kundenbetrugs beim Abgasskandal oder Kaufprämien für eMobile. Die Allgemeinheit musste stets herhalten, um die Monokultur des Automobils zu schützen. Kein Tempolimit ist in diesem Land möglich, ohne das es ein Erdbeben gäbe. Es würde tausende Menschenleben retten. Vor Unfällen und schlimmer noch, vor den Folgend des Klimawandels. Doch man hat das Verbrennen von irgendwas in diesem Land zur Religion erhoben. Denke wir nur an Habecks angeblichen Heizhammer. Was zählen da Fakten? Man muss glauben. Und das ist vor allem in Kreisen der Konservativen Standard.
Es sind vor allem Stimmen aus der CDU, die sich den Realitäten dieser Welt entgegen stellen. Und die nun dafür gesorgt haben, den Kurs von Europa in die falsche Richtung zu drehen. Was vor allem die Zukunft der Volumenhersteller gefährdet. Wer soll künftig teure, rückschrittliche und zudem gesichtlose Massenautos kaufen? China, einer der größten Märkte, ist bereits verloren. In Städten werden dort längst keine Verbrenner mehr zugelassen. Die jungen Leute dort kaufen die eigenen Produkte. Weil sie einfach besser sind. Und billiger. Nicht, weil sie müssen. Die so genannte dritte Welt wendet sich ebenfalls gleich den deutlich billigeren Alternativen aus Fernost zu. Das zeigen die Zahlen sehr eindeutig.
Wer also braucht diese Technologie?
Auflösung! Die Wahrheit ist. Nur wir. Weil wir den Wandel verschlafen und eine Monokultur errichtet haben, die nun wie ein Kartenhaus im Wind zusammenfällt. Deshalb versucht man in Europa eine künstliche Lebensverlängerung zu erzeugen. Wider besseren Wissens. Und selbst eingefleischte Automotiv-Beratern schaudert es dabei. Alles politisch gewollt und befeuert. Begonnen von der FDP. Übernommen von all jenen, denen einfach nichts anderes einfällt. Und all jenen, die den Mut nicht haben, den Menschen die Wahrheit zu sagen. Mehrfachnennungen sind hier leider nichtnur möglich, sondern wahrscheinlich. Das wären dann die CDU, die AfD und deren Derivate wie große Teile der Freien Wähler zum Beispiel oder aber auch der CSU. Im übrigen trotz allem Gewäsch von der so genannten Brandmauer im feinsten Gleichschritt. Vor allem hier in Sachsen. Wo sich politisch niemand mehr für irgendwas zu schämen scheint. Erreichen konnte man das alles mit der offenen Lügenerzählung von der so genannten Technologieoffenheit. Was man dem Bürger gut verkaufen kann. Der weiß nicht, was das sein soll. Ahnt aber, dass ein "weiter so" Teil des Ganzen ist. Und schließlich will der ja auch keine Verbote. Und macht ansonsten ohnehin, was ihm die Politik erzählt.
So entstand im übrigen ein verheerender Regelkreis. CDU betet vor. Stammtisch betet nach. CDU fragt die Demoskopen, was das Volk denkt. Die fragen den Stammtisch. Stammtisch sagt, was CDU vorgebetet hat. CDU sieht sich bestätigt. Herrlich. So haben wir die Energiewende in Sachsen derart madig geredet, dass es gefühlt beinahe in jedem Dorf schon auf Verdacht eine Antiwindkraftstammtisch gibt. Man will ja dazugehören. Oder eine Stadt wie Plauen mit den Stimmen von CDU und AfD im Stadtrat ein Windkraftprojekt der eins Energie verhindert, das der klammen Stadt Millionen eingebracht hätte. Man müsste als Bürger eigentlich auf Schadenersatz klagen. Aber lassen wir das. Bei der eMobilität war es ähnlich. Reichweitenmärchen. Seltene-Erden-Märchen. Kinderarbeit trallala. Keine Plattitüde zu schräg, um nicht genutzt zu werden. Und selbst wenn man - wie ich - jedes Jahr im Business tausende Kilometer pünktlich und preiswert quer durch Europa rollt, findet man immer einen, der einem erklärt, dass das eigentlich gar nicht geht. Andernorts nennt man das - glaube ich - verrückt. Hier ist das die Politik der regierenden CDU.
Zurück zum Thema. Zwar hat nie einer richtig erklärt, was Technologieoffenheit sein soll. Aber es wurde inzwischen so oft vorgebetet, dass es irgendwie vertraut und richtig klingt. Und das ist eigentlich auch egal. Denn das Wahlvolk wiederholt die Phrasen. Solange sich für es nichts ändert. Das damit der Kollaps - wenn überhaupt - nur verschoben wird. Dass der kommende Zusammenbruch noch fataler ausfallen wird, als es jetzt die Transformation uns allen abverlangen würde. Das spielt keine Rolle. Im Gegenteil. der Geist des Rückschritts eint, was eigentlich getrennt sein sollte. Auch politisch. AfD und CDU Hand in Hand in den Untergang.
Die Rolle rückwärts, die dies bei der EU nun zur Folge hatte, ist im Detail toxisch. Mehr, als die Senkung von 100 auf 90% Reduktion von CO2-Ausstoß zunächst vermuten ließe. Sehr viel mehr als das. Statt einer Reduktion der Flottenemissionen um 100 Prozent bis 2035, was faktisch nur noch batterieelektrische (BEV) oder brennstoffzellenbasierte (FCEV) Fahrzeuge zugelassen hätte, sieht der Entwurf nun ein Ziel von 90 Prozent vor. Diese scheinbar geringe Abweichung von 10 Prozentpunkten hat weitreichende industrielle Implikationen:
Die Nische für den Premium-Verbrenner: Die verbleibenden 10 Prozent Emissionsspielraum ermöglichen es Herstellern, hochemotionale und hochpreisige Verbrennermodelle – etwa Sportwagen oder schwere Luxus-SUVs – weiterhin anzubieten. Dies kommt insbesondere Herstellern wie Porsche, Ferrari und den M- bzw. AMG-Sparten von BMW und Mercedes-Benz entgegen, deren Margen in diesem Segment traditionell am höchsten sind.
Die Rolle der "Credits": Der Vorschlag beinhaltet ein komplexes System von Gutschriften. Hersteller können Emissionsminderungen, die durch den Einsatz von CO2-armem Stahl in der Produktion oder durch Investitionen in E-Fuel-Projekte erzielt werden, auf ihre Flottenziele anrechnen lassen. Dies verschiebt den Fokus von der reinen "Tank-to-Wheel"-Betrachtung (Auspuffemissionen) hin zu einer "Cradle-to-Gate"-Betrachtung, was industriepolitisch sinnvoll sein mag, aber die direkte Elektrifizierung verwässert.
E-Fuels als Hintertür: Die explizite Erwähnung von synthetischen Kraftstoffen und Biokraftstoffen als Kompensationsmechanismus legitimiert den Verbrennungsmotor über 2035 hinaus. Da E-Fuels jedoch energetisch ineffizient und teuer in der Herstellung sind , werden sie vermutlich ein Eliten-Kraftstoff bleiben, was die soziale Schere in der Mobilität weiter öffnet.
Vor allem letzteres ist gerade nicht im Interesse derer, die am lautesten klatschen. Denn es sind eben nicht die elitären Kreise der Gesellschaft, die geradezu Krieg führen gegen alles und jeden, der für diesen sehr sinnvollen Wandel hin zum eMobil wirbt. So wie auch beim AfD-Programm, das eindeutig eines für die Besserverdienenden und die Reichen ist. Es wird jedoch von jenen übers Montagspflaster getragen, die nachgerade dies nicht sind. Und auch nicht sein werden. Egal, wer dieses Land regiert. Am wenigsten aber, sollte es die AfD werden.
Möglich ist dies alles nur, weil die CDU-PR-Maschine gnadenlos alles Faktische ins Gegenteil verkehrt. An der Spitze ein Kanzler, der dabei derart oft daneben liegt, das die Wahrheitstreue einer Aussage die Ausnahme bedeutet. War Scholz eine Bürde, ist Merz ein Totalausfall. Physik und Wissenschaft werden da schnell zur linksgrünen Ideologie diffamiert. Niemand würde sonst ernsthaft bestreiten, dass ein Elektroantrieb wesentlich energieeffizienter, billiger und damit auch ressourcenschonender ist, als ein hochkomplizierter, aus tausenden Teilen gefertigter Heizlüfter mit Nebenanschubsfunktion. Energetisch betrachtet. Und da man dies weiß, erfand man im Kanzleramt nun die nächste Worthülse nach dem Märchen von den eFuels: Den hocheffizienten Verbrenner. Was immer dies auch sein mag. Zusammen mit der Erzählung von den alles rettenden synthetischen Kraftstoffen ein Placebo der Sonderklasse. Denn: Die in der Herstellung das Achtfache an Energie brauchenden Superstoffe, werden nach wie vor in einer Maschine verfeuert, die nur 20 % davon in Vorschub verwandelt und den Rest als Wärme in die Umwelt pustet. Ein Treibstoff also der, wenn er überhaupt jemals zur Massenware werden sollte, so teuer ist, dass es eine elitäre Veranstaltung sein wird, diesen verbrennen zu dürfen. Das SUV mit eFuelbetankung. Glückwunsch. Die Rettung der Welt sieht anders aus. Und: Alle, die jetzt schon bei jedem Cent Preisanstieg an der Zapfsäule den kollektiven Nervenzusammenbruch zelebrieren, würde dies direkt in den Infarkt beamen.
Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Die Industrie hat sich die Politik bestellt, um das eigene Versagen zu kaschieren. Und sie bekommt diese auch. So einfach ist das. Leider bleibt dies nun auch vom verzwergten Koalitionspartner (Namen wegen Bedeutungslosigkeit vergessen) wenig bis gar nicht widersprochen. Hier verkämpft man sich zugleich lieber an kruden Rentenmodellen. Und so bekommt jeder sein zukunftsfalsches Projekt. Auf der Strecke bleiben unsere Interessen.
Einer der Weltmeister im Umschreiben von Wahrheit, ist Michael Kretschmer. Der Mann, der an einem Tag - zeitgleich beinahe - von Egon Krenz und Tino Chupalla auf Deutschlandfunk gelobt wurde. Von dem einen, der ihm zum Reden mit dem BSW gratulierte. Von dem anderen, weil er so wunderbar AfD-Themen legalisieren würde, dass man bei den rechtsradikalen Verdachtsfällen schon darüber nachdachte, den Regierungschef als Plagiatsfall anzuzeigen. Davon aber wegen der genialen Hilfe Abstand genommen hat . Das muss man erstmal schaffen. Dieser Mann erklärt allen ersnstes, dass man über die Zeiträume der Klimafreundlichkeit verhandeln können muss. Ein Satz, der jedem Klimaforscher die Zornesröte ins Gesicht treibt. Zu Recht. Wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, dass Zeit das so ziemlich Einzige ist, was wir in diesem Kontext gerade nicht mehr haben, der sollte keine verantwortliche Position inne haben. In keinem Land. Nirgendwo. Am wenigsten aber im Autoland Sachsen. Gerade hier ist das, was Kretschmer proklamiert, weiteres Gift. Denn: Noch ein "weiter so" kann dieses Land nicht veratmen. Schon gar nicht in Zwickau und Umgebung. Aber wer die Ukraine-Geflüchteten als Belastung sieht und für Russengas nach dem Krieg wirbt, der hat sehr viel mehr nicht verstanden, als das. Und gehört abgewählt.
Und jetzt? Werden wir Zeuge, wie einer einstige Vorzeigeindustrie verschwinden wird? Es steht zu befürchten. Ein Sinnbild. Wie kann man eine Wirtschaft an das Schicksal einer 200 Jahre alten Technologie binden und alles andere dabei vergessen. Zukunft zum Beispiel. Die ist bei uns grundsätzlich irgendwie zum Feindesland geworden. Erinnern wir uns an die Digitalisierungsdebatte. Seit zehn Jahren reden wir. Getan hat sich nichts. Nichts? Das stimmt nicht ganz. Die Krise der Automobilindustrie ist auch Folge unserer unfassbaren Digitalisierungsfeindlichkeit. Warum? Weil bei der Elektromobilität neben verschieden Technologien wie der Batteriezellenproduktion zum Beispiel auch die Digitalisierung eine riesige Rolle spielt. Und das ist - wie wir alle wissen - im Neuland nicht die Kernkompetenz. Dass VW seinen elektrischen Niedergang feiern muss, ist auch und wesentlich darauf zurückzuführen, dass man bei der Softwareentwicklung für die neuen Fahrzeuge komplett versagt hat. Auch das die Folge einer nichthandelnden Politik. Die in diesem Fall viel redete, aber nichts zustanden brachte. Ich selbst habe mich lange Jahre in Sachsen für die Digitalisierung verkämpft. Wir wollten diese stärker in die Schulen und positiv ins Land tragen. Zuletzt in den Verhandlungen zum vorletzten Regierungsvertrag. Es half nicht. Die Politik hat nicht verstanden, wie grundsätzlich dieses Thema ist. Bis heute nicht. Und deshalb laufen wir auch noch heute hinterher.
Mit der Entscheidung der EU wird das nicht besser. Es wirkt eher so, dass man die Anforderungen für das Erreichen des Klassenerhalts für die euopäischen Schüler gesenkt hat. Wissend, dass der Abschluss da draussen keinen Wert mehr hat.




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